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Information für professionelle Anleger
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31.3.2025
Stärke von Multi-Asset-Strategien: Mit Weitblick durch einen herausfordernden Markt
In einer Welt volatiler Finanzmärkte suchen professionelle Investoren nach Strategien, die langfristig stabile Erträge erwirtschaften und dabei das Risikomanagement nicht vernachlässigen. Multi-Asset- Strategien haben sich in diesem Kontext als effektives Anlagevehikel bewährt, um Anleger durch verschiedene Marktphasen zu navigieren. Entscheidend sind dabei eine breite Diversifikation, ein aktives Management mit Weitblick sowie die Fähigkeit, normale Marktschwankungen auszuhalten. Stärkere Eingriffe sollen selten erfolgen und dabei auf extreme Marktphasen beschränkt bleiben.
Nicolai Austein, Co-Head of Multi-Asset Solutions, Metzler Asset Management
Die Finanzmärkte sind einem ständigen Wandel unterworfen. Euphorische Phasen werden immer wieder von Korrekturen und Krisen abgelöst. In diesem Umfeld erweisen sich Multi-Asset-Strategien als entscheidender Baustein für nachhaltigen Anlageerfolg. Geopolitische und wirtschaftliche Umbrüche verlangen aktives Management bei der Kapitalanlage. Mit strategischem Weitblick und einer durchdachten Portfolioaufstellung wird der wesentliche Grundstein für den langfristigen Erfolg gelegt.
Fundamentale Markteinschätzung als Basis
Aktuell befindet sich die Weltwirtschaft in einem Spannungsfeld zwischen makroökonomischer Stabilisierung und geopolitischen Herausforderungen. Metzler Asset Management geht im Basisszenario von einem „Soft Landing“ aus: ein moderates Wirtschaftswachstum bei rückläufiger Inflation schafft ein günstiges Umfeld für riskante Anlageklassen wie Aktien. Die positiven Faktoren umfassen eine resiliente US-Wirtschaft, eine sich stabilisierende Inflation und ein anhaltend solides Gewinnwachstum vieler Unternehmen. Gleichzeitig bestehen jedoch nicht zu unterschätzende Risiken: Die US-Politik wird unter Präsident Trump protektionistische Tendenzen verstärken, was sich in Handelskonflikten und steigenden Zöllen manifestieren könnte. Dies kann in Kombination mit einer restriktiveren Einwanderungspolitik Inflationsdruck erzeugen, worauf die Notenbanken mit einer restriktiveren Geldpolitik reagieren müssten.
In einer Welt volatiler Finanzmärkte suchen professionelle Investoren nach Strategien, die langfristig stabile Erträge erwirtschaften und dabei das Risikomanagement nicht vernachlässigen. Multi-Asset-Strategien haben sich in diesem Kontext als effektives Anlagevehikel bewährt, um Anleger durch verschiedene Marktphasen zu navigieren. Entscheidend sind dabei eine breite Diversifikation, ein aktives Management mit Weitblick sowie die Fähigkeit, normale Marktschwankungen auszuhalten. Stärkere Eingriffe sollen selten erfolgen und dabei auf extreme Marktphasen beschränkt bleiben.
Eine breit diversifizierte Portfoliostruktur mit globaler Streuung kann diesen Herausforderungen begegnen. Neben klassischen Aktien- und Anleihenmärkten kommen Inflationsschutzmaßnahmen, alternative Anlagen (z. B. Immobilien und Infrastruktur-Investments) sowie Gold als Stabilisator in Krisenzeiten zum Einsatz. Eine adaptive Strategie, die auf große makroökonomische Entwicklungen flexibel reagiert, kann die Volatilität im Portfolio reduzieren und Ertragschancen wahren. Dabei sollten überbordendes Markttiming und vorschnelle Absicherungsmaßnahmen vermieden werden. Kurz: Eine Strategie mit Weitblick dominiert die Taktik.
Eine Strategie mit Weitblick dominiert die Taktik.
Die Rolle der USA innerhalb der Aktienquote
Die US-Wirtschaft bleibt trotz aller Unsicherheiten eine treibende Kraft an den Kapitalmärkten. Durch die außergewöhnliche Wertentwicklung – insbesondere der Technologietitel – der vergangenen Jahre ist der US-Anteil in den globalen Indizes allerdings auf ein ungesundes Maß angestiegen. Die hohe Marktkonzentration sowie zunehmend fundamentale Argumente sprechen somit für eine stärkere Berücksichtigung von Anlagen außerhalb der USA. Die Unsicherheit in Europa hat in den vergangenen Jahren bei den Konsumenten zu einer hohen Sparquote geführt. Eine Reduktion der Unsicherheit kann zu einem erheblichen Aufholeffekt beim Konsum führen. Fortschritte in Friedensverhandlungen könnten dazu führen, dass Sektoren, die vom Wiederaufbau profitieren, attraktive Renditechancen bieten. Gleichzeitig sind europäische Aktien im Vergleich günstiger bewertet und unter internationalen Investoren stark untergewichtet. Sollten in Deutschland und anderen europäischen Staaten verstärkte Wachstumsimpulse durch Investitionen in Infrastruktur und eine Lockerung der Fiskalpolitik erfolgen, könnte dies das BIP-Wachstum positiv beeinflussen. Langfristig könnten europäische Märkte daher attraktiver werden. Nichtsdestotrotz werden US-Unternehmen durch ihre Innovationsstärke weiterhin eine zentrale Rolle im Portfolio spielen.
Gold als strategischer Portfolio-Bestandteil
Das Edelmetall bleibt trotz mehrjähriger Rekordjagd strukturell unterstützt. Die Nachfrage von Zentralbanken, insbesondere aus Schwellenländern, bleibt hoch. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten sowie die anhaltend hohe globale Staatsverschuldung, die Gold als „Krisenwährung“ attraktiv machen. Zentralbanken haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut, was darauf hindeutet, dass Gold zunehmend als Absicherung gegen Elementarrisiken gesehen wird. Eine Beilegung des Ukraine-Krieges könnte hingegen die Flucht in sichere Häfen dämpfen. Auch eine unerwartet restriktive US-Geldpolitik könnte den Goldkurs temporär unter Druck setzen. Dennoch bleibt das Edelmetall langfristig ein wertvoller Diversifikator im Multi-Asset-Portfolio. Nach Auffassung von Metzler Asset Management wäre eine moderate technische Konsolidierung nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Jahre normal und könnte als Gelegenheit für strategische Aufstockungen genutzt werden.
Aerodynamisch durch verschiedene Marktphasen: Taktische Asset-Allokation mit Multi-Asset
Megatrends bei der Titelselektion im Fokus
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Portfoliogestaltung ist die Titelauswahl: Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und eine alternde Bevölkerung erfordern in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen. Unternehmen aus klassischen Industriezweigen könnten davon profitieren, da ihre Produkte und Dienstleistungen für diese globalen Veränderungen von zentraler Bedeutung sind. Besonders attraktiv erscheinen derzeit neben höher bewerteten, aber strukturell interessanten Technologiewerten demnach auch Titel aus dem Kapitalgütersektor.
Umgang mit extremen Phasen am Aktienmarkt
Eine der wichtigsten Maximen für langfristigen Anlageerfolg ist die Fähigkeit, Marktschwankungen mit Ruhe zu begegnen. Historisch betrachtet waren Phasen erhöhter Volatilität oft nur Rücksetzer auf dem langfristigen Wachstumspfad der Kapitalmärkte. Statt hektischer Umschichtungen sollten Marktkonsolidierungen genutzt werden, um Positionen strategisch zu überdenken. Multi-Asset-Strategien bieten in diesem Kontext den Vorteil, dass verschiedene Anlageklassen unterschiedlich auf Marktereignisse reagieren und so die Gesamtschwankungen reduziert werden. Deutliche Reduktionen der Aktienquote sollten dabei nur in extremen Marktphasen, sogenannten Bärenmärkten, eingegangen werden. In diesen Marktphasen, die weit höhere Verluste erwarten lassen als gewöhnliche Korrekturen, gibt es häufig panikartige und selbstverstärkende Verkaufswellen, denen man mit Risikoreduktion begegnen sollte. Zur Identifikation dieser Marktphasen bedarf es eines klaren Regelwerkes – sowohl für den Einstieg als auch den Ausstieg. Selbst in schwierigen Zeiten bleibt die Devise für langfristige Investoren bestehen: Eine kontinuierliche Investition am Aktienmarkt ist unerlässlich, eine vollständige Reduzierung der Aktienquote auf null ist daher nicht empfehlenswert. Der Aufschwung nach einem Bärenmarkt kann häufig unerwartet und stark sein. Eine beständige, wenn auch verringerte, Allokation in Aktien gewährleistet, dass man nicht ins Hintertreffen gerät.
Fazit
In einem Umfeld zunehmender Unsicherheiten und struktureller Umbrüche beweisen sich Multi-Asset-Strategien als robuste Lösung für langfristig orientierte Anleger. Sie verbinden das Beste aus verschiedenen Anlageklassen, reduzieren Schwankungen und nutzen gezielt Marktchancen – ohne sich von kurzfristiger Hektik leiten zu lassen. Entscheidend ist dabei ein aktives Management, das geopolitische Risiken ebenso einpreist wie makroökonomische Wendepunkte. Die strategische Diversifikation bildet hierbei das robuste Fundament. Gerade in volatilen Zeiten erweisen sich Erfahrung, Disziplin und ein klar strukturiertes Regelwerk – insbesondere in Extremphasen – als Erfolgsfaktoren. Wer mit ruhiger Hand durch die Marktzyklen navigiert, schafft die Grundlage für nachhaltigen Anlageerfolg.