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Metzler meets Fraunhofer

Anlässlich der gemeinsamen Veranstaltung „Metzler meets Fraunhofer“ im Februar 2017 sprachen Professor Jürgen Beyerer und Dr. Johannes Reich über Kritische Infrastrukturen.
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03.05.17

Metzler Private Banking: Investment-Strategie 2017

  • Metzler setzt auf europäische Aktien

  • Steigende Zinsen kein Ausgleich für anziehende Inflation

  • Geringe Aktienquoten deutscher Anleger gehören auf den Prüfstand

„Wir glauben, dass sich in den kommenden Jahren europäische Aktien besser schlagen werden als US-Werte“, so Emmerich Müller, der für das Private Banking verantwortliche Partner des Bankhauses Metzler, anlässlich eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main. Er erwartet, dass sich mit europäischen Aktien ein realer Ertrag von 5,7 % p. a. verdienen lasse. Im Gegensatz dazu sei mit US-Aktien deutlich weniger zu erzielen, nämlich 1,4 % p. a. „Angesichts dieser Analyseergebnisse ist die strategische Portfolioausrichtung klar: Die Argumente sprechen für eine Übergewichtung europäischer Werte“, fasst er die Investment-Strategie des Metzler Private Banking zusammen.

Der Grund dafür sei in den beträchtlichen Unterschieden bei der Gewinnentwicklung zu finden, erläutert Timo Schwietering, Leiter Kapitalmarktanalyse im Metzler Private Banking: „Während US-Unternehmen ihre Gewinne pro Aktie seit 2007 um etwa 14 % steigerten, gingen die Nettoergebnisse europäischer Firmen um über 40 % zurück.“ Mit hohen Gewichten im Finanz- und Rohstoffsektor habe der Aktienmarkt in Europa besonders stark unter dem Zinsverfall und der Rohstoffbaisse der vergangenen Jahre zu leiden. Doch selbst unter Ausschluss dieser beiden Branchen sei die Gewinnentwicklung in Europa hinter den USA zurückgeblieben. Dies sei vor allem auf geringere operative Margen und fehlende Aktienrückkäufe zurückzuführen. „Mittlerweile deutet jedoch viel auf eine Trendwende hin“, erläutert Frank Endres, Leiter des Portfoliomanagements Metzler Private Banking. Erstens habe die Rentabilität der europäischen Unternehmen in den vergangenen Jahren stark unter dem schwächeren Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets gelitten, da sie dort etwa 30 % ihres Umsatzes erwirtschaften. Nun stabilisiere sich das Wachstum in den Schwellenländern aber wieder, wovon europäische Firmen stärker profitieren sollten als amerikanische. Zweitens sei es unwahrscheinlich, dass die US-Unternehmen ihr hohes Aktienrückkaufvolumen beibehalten könnten. Zuletzt hätten die Firmen des S&P 500 sogar mehr ausgeschüttet, als sie verdienten. Dies sei dauerhaft nicht durchzuhalten. Insgesamt würden damit zwei Hauptursachen für die schlechtere relative Gewinnentwicklung in Europa bald an Wirkung verlieren.

Frank Endres geht davon aus, dass sich die Gewinnmargen und Bewertungen sukzessive ihrem langfristigen Durchschnitt annähern und die europäischen Unternehmen weiterhin eine höhere Dividendenrendite bieten würden als ihre US-Wettbewerber. Auf Basis dieser Annahmen lasse sich für europäische Aktien ein um 4,3 %-Punkte höherer realer Ertrag als mit US-Aktien erwarten. Für Frank Endres ist daher klar: „In unseren Portfolios bleiben europäische Werte der wichtigste Baustein.“

Obwohl auch die Renditen an den Anleihemärkten seit einigen Monaten steigen würden, könne die Aufwärtsbewegung der Zinsen nicht mit dem Anziehen der Inflation Schritt halten. Für viele Anleger sei zwar die Hoffnung aufgekeimt, dass endlich der Tiefpunkt einer jahrzehntelangen Abwärtsentwicklung erreicht sei. Jedoch würden die auf den ersten Blick erfreulichen Zinszuwächse über höhere Preise so stark entwertet, dass die Realzinsen sogar den Rückwärtsgang eingelegt hätten. Leider bestehe wenig Hoffnung, dass der Preisauftrieb bald so weit nachlassen werde, dass wieder auskömmliche Realrenditen zu erzielen seien. Damit sei es heute wichtiger denn je, sich langfristig am Produktivkapital der Wirtschaft zu beteiligen. „Die vor allem in Deutschland nur geringen Aktienquoten vieler Anleger gehören damit auf den Prüfstand. Der Mut zur Aktie wird fast immer belohnt“, fasst Emmerich Müller zusammen.

Auch wenn die Europäische Union in letzter Zeit mit einem Erstarken nationalstaatlicher Tendenzen zu kämpfen gehabt hätte, bedeute dies für Kapitalanleger nicht, dass sie dem alten Kontinent den Rücken zukehren müssten. Die wenigsten der vergangenen politischen Veränderungen, Umbrüche und Krisen hätten einen bleibenden Effekt auf das Wirtschaftswachstum gehabt. Es sei deshalb klug, die Anpassungsfähigkeit von Gesellschaftssystemen nicht zu unterschätzen und auch nicht auf deren Scheitern zu wetten. Eventuell würden aktuell noch Ängste den Blick auf gute Gelegenheiten verstellen. Insofern sei eine Krise auch nicht als ausweglose Lage zu verstehen, sondern eher als Wendepunkt. Dazu passt auch die Erwartung der Metzler-Experten, dass Emmanuel Macron als Sieger aus dem Duell mit Marine Le Pen hervorgehen und der voraussichtliche Sieg des proeuropäischen Kandidaten in Frankreich ein positives Signal für die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union senden werde. Dementsprechend könne durchaus Hoffnung angebracht sein.

Download Investmentstrategie April 2017 (pdf)

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Jörg-Matthias Butzlaff
Telefon (0 69) 21 04 - 49 75
E-Mail MButzlaff@metzler.com