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Metzler meets Fraunhofer

Anlässlich der gemeinsamen Veranstaltung „Metzler meets Fraunhofer“ im Februar 2017 sprachen Professor Jürgen Beyerer und Dr. Johannes Reich über Kritische Infrastrukturen.
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08.12.16

Elektromobilität: Am Anfang eines epochalen Booms*

  • Bertrandt: Schon heute ein gefragter Dienstleister für die Elektromobilität

  • Hella: Batteriekontrollsysteme öffnen den Weg zur Elektromobilität

  • RWE: Unter den Versorgern der Gewinner bei steigenden Strompreise

Die E-Mobilität als Antriebstechnologie der Zukunft war lange Zeit ein eher „theoretisches Thema“ – diskutiert unter Fachleuten, in Umweltforen, an Universitäten. Die Entwicklung bis zur Massenmobilität, da war sich die Branche weitgehend einig, würde noch lange Jahre dauern. „Das hat sich rapide geändert “, so Jürgen Pieper, Branchenanalyst bei Metzler Capital Markets. „Das Thema Elektromobilität ist jetzt in der Gegenwart angekommen.“ Der Marktanteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen liege weltweit zurzeit zwar nur bei rund 1 %, doch dürfte der Markt nun nachhaltig an Fahrt aufnehmen. Dafür sieht Pieper drei Auslöser: Erstens wurde mit Dieselgate sehr deutlich ins Bild gerückt, wie stark Verbrennungsmotoren die Umwelt belasten. Zweitens habe der relativ schnelle Erfolg von Tesla – überraschend selbst für manchen Branchenkenner – die Autohersteller aufgerüttelt. Und drittens gebe die Politik mit Kaufanreizen und anderen Privilegien in wichtigen Regionen der Welt Impulse für den Einzug der Elektromobilität.

Allerdings seien die Nachteile von Elektroautos gegenüber traditionellen Benzin- und Dieselfahrzeugen noch beträchtlich. Die Verkaufspreise lägen noch signifikant über den vergleichbaren Preisen traditioneller Fahrzeuge – und zwar, je nach Modell, in einer Spanne zwischen 25 % und 100 %. Die Reichweite betrage etwa nur ein Viertel gegenüber herkömmlichen Antrieben. Last but not least die Ladeinfrastruktur: Hier sei das Netz noch zu weitmaschig und die Ladezeiten relativ lang. Pieper geht jedoch davon aus, dass alle drei Hürden mittelfristig zumindest stark abgebaut werden. Beispielsweise dürften der massive Ausbau der Produktionskapazitäten für Akkumulatoren und die dabei erzielbaren Skaleneffekte zu einer deutlichen Preissenkung für Elektroautos führen. „Wir erwarten Preisparität in allen relevanten Märkten in etwa sechs Jahren“, so Pieper. Zudem seien die Betriebskosten eines Elektroautos wesentlich günstiger als die eines konventionell angetriebenen Fahrzeugs. Um die Reichweite zu verbessern, müsse allerdings noch intensiv geforscht werden, wie sich die Energiedichte eines Akkus erhöhen lässt. Daran arbeite zum Beispiel Bosch mit dem hinzugekauften Start-up-Unternehmen Seeo. Am einfachsten und schnellsten lasse sich die Ladeinfrastruktur optimieren. Entsprechend einer Forderung der EU-Initiative „Saubere Energie für den Verkehr“ soll es bis 2020 für je zehn Elektroautos einen Ladepunkt geben. Daran hätten inzwischen auch die großen deutschen Autobauer großes Interesse: Jüngst gaben sie bekannt, in den kommenden Jahren gemeinsam ein Schnelladenetz in Deutschland bauen zu wollen.

Für Pieper bestehen keine Zweifel daran, dass die Elektromobilität der Antrieb der Zukunft sein wird: Er schätzt, dass der Markt für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge und für Plug-in-Hybride bis einschließlich 2020 um 25 % jährlich wachsen wird, in den darauf folgenden Jahre dann um etwa 20 %. „Diese Schätzung ist eher vorsichtig. Überraschungspotenzial nach oben ist da durchaus möglich“, so Pieper.

Unter den von Metzler gecoverten Unternehmen zählt der Analyst vor allem den Autozulieferer Hella und den Dienstleister Bertrandt zu denjenigen, die in den kommenden vier Jahren am stärksten vom erwarteten Trend zur Elektromobilität profitieren dürften. Guido Hoymann, Branchenspezialist für Unternehmen aus dem Versorgersektor, sieht RWE unter den Gewinnern.

Bertrandt: Schon heute ein gefragter Dienstleister für die Elektromobilität
Bertrandt sei an sehr vielen Projekten zu Elektromobilität beteiligt, die die Originalhersteller in Auftrag gegeben haben. Unter den von Metzler Capital Markets analysierten Unternehmen sei Bertrandt das einzige, das schon heute mit schätzungsweise 7,5 % einen deutlichen Teil seines Umsatzes – und vermutlich auch seines Ertrags – mit Entwicklungen für die Elektromobilität erziele. Dieser Anteil könne 2020 bis auf etwa ein Viertel steigen. Bertrandt dürfte zugute kommen, als einer der wenigen Zulieferer eine sehr breite Palette an Ingenieurs- und Entwicklungsdienstleistungen im Automobilgeschäft anbieten zu können, da die Kunden zunehmend Problemlösungen aus einer Hand verlangten. Aufgrund der großen technischen Herausforderungen in den kommenden Jahren – neben der Elektromobilität zähle hierzu auch das selbstfahrende Automobil – dürften die Ingenieursdienstleistungen von Bertrandt auch künftig stark nachgefragt werden. Das Kursziel für die Bertrandt-Aktie sieht Pieper bei 110 EUR.

Hella: Batteriekontrollsysteme öffnen den Weg zur Elektromobilität
Wenn die Elektromobilität an Fahrt aufnimmt, dürfte vor allem der Geschäftsbereich Electronics stark wachsen, das zweite große Standbein von Hella neben der Lichttechnologie. In diesem Geschäftsbereich biete Hella Batteriekontrollsysteme an, mit denen unter anderem der Ladezustand einer Batterie im Auto überwacht werde. Pieper rechnet mit einer stark steigenden Nachfrage nach diesen Systemen. Mit den Batteriekontrollsystemen und anderen technischen Lösungen für die Elektromobilität habe Hella im vergangenen Geschäftsjahr rund 3 % seiner Erlöse erzielt. Dieser Anteil dürfte bis einschließlich 2020 auf knapp 10 % steigen – unter der Annahme eines Wachstums der Elektrofahrzeuge um 25 % p. a. und das für Hella typische überproportionale Wachstum gegenüber dem Automobilsektor. Zudem sei die Aktie mit Blick auf die gute Positionierung des Unternehmens in einem zukunftsträchtigen Segment niedrig bewertet. Das Kursziel für die Aktie von Hella sieht Pieper bei 50 EUR.

RWE: Unter den Versorgern der Gewinner bei steigenden Strompreisen
Ein Durchbruch der Elektromobilität ließe die Stromnachfrage kräftig steigen: Wären alle Autos in Deutschland mit einem Elektromotor unterwegs, hätte das nach Berechnungen von Metzler Capital Markets einen Anstieg des Stromverbrauchs um etwa 22 % gegenüber dem aktuellen Verbrauch zur Folge. Schon ohne dieses Szenario werde der Strompreis in Deutschland vermutlich künftig steigen, so Branchenanalyst Guido Hoymann, und zwar aufgrund des knapperen Angebots infolge des Rückzugs aus der Kernenergie und der Pläne der Bundesregierung, die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken deutlich zurückzufahren. Beides, eine höhere Nachfrage nach Strom und höhere Strompreise, würde unter den Versorgern vor allem RWE entgegenkommen. Denn unter den deutschen Versorgern erziele vor allem RWE einen beträchtlichen Anteil des Konzernertrags aus der konventionellen Energiegewinnung – dieses Geschäft könnte laut Hoymann von den möglicherweise steigenden Strompreisen in Deutschland besonders profitieren. So würde ein Anstieg des Strompreises um 10 % das operative Ergebnis aus den Aktivitäten der konventionellen Stromerzeugung um 30 % nach oben katapultieren. Den fairen Kurs für das Papier von RWE sieht Hoymann bei 16 EUR.

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Jörg-Matthias Butzlaff
Telefon (0 69) 21 04 - 49 75
E-Mail MButzlaff@metzler.com

*Eine Werbemitteilung der B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA

Zuständige Aufsichtsbehörden: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Europäische Zentralbank

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