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Back to Best

"Best Execution" wird auch im FX-Markt immer wichtiger. Doch dahinter verbirgt sich mehr, als drei Broker nach dem besten Preis zu fragen, meint Achim Walde, Senior FX-Risk-Manager bei Metzler Capital Markets. Lesen Sie im Interview, welche Dimensionen sich noch hinter "Best Execution" verbergen.

"Back to Best" (englisch, PDF, 255 kb)

(c) K&K Global Consulting Ltd.

Aktives Overlay

Das aktive Overlay zielt darauf ab, Kurs- und Liquiditätsrisiken zu minimieren und gleichzeitig an positiven Währungsentwicklungen zu partizipieren. Zu diesem Zweck werden ausschließlich Devisentermingeschäfte eingesetzt, die abhängig von der Wechselkursentwicklung dynamisch gesteuert werden. So wird bei nachteiligen Wechselkursentwicklungen eine Sicherungsposition aufgebaut, bei positiven Entwicklungen hingegen abgebaut.

Die Entscheidungen zur Anpassung der Sicherungsquote erfolgen systematisch nach einem quantitativen Ansatz auf Basis einer Multi-Modell-Architektur. Hierbei kommen Modelle zum Einsatz, die sich sowohl in ihrer Fristigkeit (kurz-, mittel-, langfristig) als auch Charakteristik (Trendfolger, Oszillatoren, fundamental) unterscheiden. Dies hat den Vorteil, dass diskretionäre Entscheidungen vermieden werden und keine Abhängigkeit von Schlüsselpersonen entstehen kann. Das Handelssystem bildet ein nachvollziehbares und diszipliniertes Regelwerk, das der Overlay-Manager zusammen mit dem Kunden im Vorfeld individuell erarbeitet.

Der größte Vorteil des aktiven Währungsmanagements liegt in der Flexibilität des Systems: Es reagiert auf kurz- bis langfristige Kurstrends und plötzlich auftretende Änderungen des Marktumfelds. So kann der Anleger an positiven Kursbewegungen partizipieren, indem die Hedge-Ratio in entsprechenden Phasen reduziert wird. Erhöht sich das Risiko wieder, baut das Overlay-System die Sicherungsquote wieder auf, um zwischenzeitlich angefallene Gewinne zu sichern und den Investor vor erwarteten Kursverlusten zu schützen. Auf diese Weise reduziert ein aktives Management effektiv das Fremdwährungsrisiko, senkt aber gleichzeitig die Opportunitätskosten des passiven Ansatzes. Die dynamische Steuerung des Sicherungsgrades repliziert damit das Risikoprofil einer Option, mit dem wichtigen Vorteil, dass keine Optionsprämie gezahlt werden muss.

Die Effizienz des aktiven FX Overlay ergibt sich darüber hinaus aus einer Reduzierung der Sicherungskosten aus etwaigen Zinsdifferenzen, da der Anleger nicht durchgängig in voller Höhe seines Exposures am Terminmarkt positioniert ist. In diesem Zusammenhang fällt im Vergleich zur passiven Sicherung auch das durch die Hedge-Geschäfte gebundene Kapital geringer aus. Dies hat besondere Relevanz bei Hochzins-Währungen (beispielsweise dem südafrikanischen Rand), die ein passives Hedging unverhältnismäßig teuer machen können.

Das aktive Overlay bietet sich vornehmlich für Kunden an, die langfristige Fremdwährungsrisiken absichern möchten. Bei Unternehmen sind dies beispielsweise Translationsrisiken aus Auslandsinvestments; bei institutionellen Investoren ein Portfolio, das in Fremdwährung denominierte Wertpapiere enthält.